Tür 22
Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit kommt der Musik eine besondere Bedeutung zu. Viele Menschen finden sich in den unterschiedlichsten Konstellationen zusammen, um gemeinsam zu proben, zu singen, Aufführungen zu gestalten oder diesen zuzuhören. Die Laienchöre – etwa Kirchenchöre, Schulchöre, Philharmonische Chöre, Singakademien und viele weitere – bilden dabei das Rückgrat der musikalischen Pflege und Praxis in unserer Gesellschaft. Dabei liegen ihre Wurzeln im religiösen Umfeld der Kirchen und entwickelten sich im 19. Jahrhundert zu einem zentralen Bestandteil bürgerlicher Musikkultur. Die gepflegten Traditionen können dazu anregen, selbst aktiv zu werden, musikalisches Engagement an die nächste Generation weiterzugeben und identitätsstiftende Gemeinschaftserlebnisse zu gestalten.

Bereits 2014 wurde diese Kulturform in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Mindestens 60.000 Laienchöre, die in unterschiedlichen Verbänden organisiert sind, ermöglichen jährlich über 300.000 Konzerte für ca. 60 Millionen Zuhörerinnen und Zuhörer.
Die musikalischen Aufführungen bieten nicht nur Raum für beeindruckende Leistungen und vielfältige Klangfarben, sondern schenken auch dem Publikum unvergessliche Momente. Daher lohnt es sich – nicht nur in der Weihnachtszeit –, den Laienchören in der eigenen Umgebung Aufmerksamkeit zu schenken und ihre Konzerte zu besuchen. So lässt sich eine der ältesten und unmittelbarsten Formen menschlichen Ausdrucks erleben: das gemeinsame Singen.



Christoph Sauer
OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
Gast (22. Dezember 2025). Chormusik in deutschen Amateurchören . Bildsehen / Bildhandeln. Abgerufen am 9. Juli 2026 von https://doi.org/10.58079/15emi
