Tür 15
Während inzwischen zahlreiche Handwerks- und Produktionstechniken mit ihren spezifischen Traditionen eine Auszeichnung als Immaterielles Kulturerbe erhalten haben, liegt bei der Flößerei ein Sonderfall vor. Hier geht es um eine Kulturform, bei der nicht die Herstellung eines Produktes, sondern der Transport des Rohstoffes Holz im Mittelpunkt steht. Geschlagene Baumstämme werden an Sammelstellen in Flußläufe oder andere Wasserstraßen gebracht, zusammengebunden und an ihren Bestimmungsort geflößt. Diese kostengünstige Transportweise war in der vorindustriellen Zeit von großer Bedeutung und wurde weltweit betrieben; in Sachsen wurde etwa an Elbe, Mulde und Weißer Elster geflößt.

Mit dem Aufkommen des maschinenbetriebenen Wasser- und Landtransports verlor die Flößerei an Bedeutung. Die Technik und das kulturelle Erbe wie zum Beispiel Flößerfeste werden jedoch bis heute gepflegt, beispielsweise durch die Deutsche Flößerei-Vereinigung. In Sachsen bietet der Flößerverein Muldenberg während seiner jährlichen Flößerfeste mit Schauflößen Einblicke in dieses rar gewordene Handwerk. 2014 wurde die Arbeit der Trägergruppe durch die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes gewürdigt.




Sönke Friedreich
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Gast (15. Dezember 2025). Flößerei in Deutschland. Bildsehen / Bildhandeln. Abgerufen am 10. Juli 2026 von https://doi.org/10.58079/15cfe
