Tür 6
Die Weihnachtsgeschichte ist im Advent überall präsent – ob als Figurenkrippe in Schaufenstern und auf Weihnachtsmärkten oder aufgeführt von Laiendarstellerinnen und -darstellern als Krippenspiel. Am eindrucksvollsten wird sie wohl in Form des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach (1685–1750) erzählt. Erstmals kam es 1734 und 1735 in Leipzig zur Aufführung. Dabei singen Solisten und ein Chor, es kommen Trompeten, Pauken, Oboen und Streicher zum Einsatz und natürlich spielt auch die Orgel – die Königin der Instrumente und das Kircheninstrument schlechthin. Der Orgelbau und die Orgelmusik wurden 2014 ins Bundesweite Verzeichnis für Immaterielles Kulturerbe aufgenommen.

Um die 2.500 dieser Instrumente gibt es heute in Sachsen. Rund 20 Orgelbauer-Werkstätten sorgen dafür, dass alle Register für Bachs Weihnachtsoratorium aber auch den sonntäglichen Gottesdienst oder für Konzerte gezogen werden können. Dank den Werkstätten können heute viele der historischen Instrumente weiterhin gespielt werden. Darunter auch einige Orgeln von Gottfried Silbermann (1683–1753), der den sächsischen Instrumentenbau wie kein zweiter prägte. Um sein Erbe kümmern sich nicht nur die Orgelbauer, sondern auch die Freiberger Silbermann-Gesellschaft und das Silbermann-Museum in seiner Heimatstadt Frauenstein. Es ist das einzige deutsche Musikmuseum, dass sich dezidiert einem Orgelbauer widmet.


Neben klassischer Handwerkskunst kommt aber natürlich auch im Orgelbau moderne Technik zum Einsatz. Die 4.109 Pfeifen der 2017 eingeweihten Orgel im Dresdner Kulturpalast sind elektronisch anspielbar, es gibt eine klimagesteuerte Belüftung und das Instrument verfügt über Digitalanzeigen. Die Orgeln aus sächsischen Werkstätten finden sich mittlerweile in vielen Ländern der Welt – selbst in Tokio kann man Bach auf einer sächsischen Orgel spielen.

Philipp Eller
OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
Gast (6. Dezember 2025). Orgelbau und Orgelmusik. Bildsehen / Bildhandeln. Abgerufen am 10. Juli 2026 von https://doi.org/10.58079/15ah0
