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Sprungschanzen: Transformation 2

Tür 8

Nicht im Erzgebirge, dafür im sächsischen Vogtland liegt Klingenthal – ein Ort, der wie Markneukirchen, Erlbach und Schöneck im sogenannten Musikwinkel liegt. Die Orte sind weltweit für den Musikinstrumentenbau bekannt. Musik, allerdings von zweifelhafter Qualität, gibt es als Pausenunterhaltung auch beim Skispringen. Davon kann man sich in jeder Saison bei den zahlreichen Fernsehübertragungen bei Weltcup-Springen überzeugen. Ab heute ist es wieder soweit: In der Klingenthaler Vogtland Arena sind die besten Skispringer (!) der Welt zu Gast, beäugt von Millionen Fernsehzuschauer:innen und nicht ganz so vielen vor Ort. Wer schon einmal in Klingenthal war, muss sich allerdings wundern, wie tausende Besucher:innen, Sportler und Betreuer:innen durch das städtische Nadelöhr passen und doch noch rechtzeitig ihren Platz finden.

Die heutige Schanze in Klingenthal ist allerdings auch nicht die erste ihrer Art. Vorgängerin ist die 1923 errichtete Curt A. Seydel-Schanze am Aschberg. Sie besaß einen hölzernen Anlaufturm. Seydel, Eigentümer einer Mundharmonika-Fabrik in Klingenthal, unterstützte als Wintersportinteressierter die Schanzenidee, seine Firma finanzierte den Bau. Kurze Zeit galt sie als größte Schanze Sachsens. Bis 1940 wurden Vogtländische, Sächsische und Deutsche Meisterschaften ausgetragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie stillgelegt.

Postkarte mit der Curt A. Seydel-Schanze, Verlag Karl Gessinger, Klingenthal, Fotograf:in unbekannt, um 1960 (ISGV, BNSR 164425)

Als Ersatz wurde 1958 die Große Aschbergschanze („Große Asch“) errichtet, auf der nationale und internale Wettbewerbe stattfanden: mehrere DDR-Meisterschaften und 1986 sogar das einzige in der DDR ausgetragene Weltcup-Springen. Der Verfall folgte recht schnell – 1989 wurde die Anlage gesperrt, 1990/91 der Schanzentisch und der Anlaufturm gesprengt. Danach gab es in Sachsen keine sogenannte Großschanze mehr.

Postkarte mit der neuerbauten Aschberg-Schanze, Dick-Foto-Verlag, Erlbach/V., Fotograf:in unbekannt, 1965 (ISGV, BSNR 164211)

Anfang des 21. Jahrhunderts reiften Pläne für eine neue Großschanze im Vogtland. Der alte Standort Aschberg wurde jedoch verworfen, stattdessen die heutige Vogtland Arena am Schwarzberg errichtet. Hier finden sowohl Sommer- wie Winterwettkämpfe statt, bisweilen auch rein musikalische Veranstaltungen.

Schanze in der Vogtland Arena Klingenthal, Foto: Nadine Kulbe, 2023

OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
Gast (8. Dezember 2023). Sprungschanzen: Transformation 2. Bildsehen / Bildhandeln. Abgerufen am 9. Juli 2026 von https://doi.org/10.58079/otct


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